Kennen Sie eigentlich Ihre Stammspieler?

Ich beobachte immer wieder in meinen Coachings, dass es für Menschen nicht einfach ist, die unterschiedlichen Aspekte unseres Selbst zu identifizieren. Gerade wenn wir eine Entscheidung treffen sollen, wäre es schön einen klaren Blick auf das Ganze zu haben. Aber häufig befinden wir uns in einer ganz diffusen Gemenge-Lage, ohne klare Unterscheidung der wirkenden Aspekte. Da hört sich unser innerer Dialog dann so an: „Eigentlich sollt ich ja…..! Oder vielleicht doch besser? Einerseits……! Auf der anderen Seite…….!“ Wir drehen und wenden die Medaillen unserer konträren Ideen, Impulse und Gedanken, die uns den ganzen lieben langen Tag quälen und wollen so recht zu keinem Ergebnis kommen.

Da hilft das Bild vom inneren Team sehr gut weiter. Wenn Sie sich nicht als „ICH“ sondern als eine ganze Anzahl von Spielern sehen, wird die Vielfalt Ihrer inneren Landschaft deutlicher.  Wie im Fußball und im richtigen Leben gibt es Stammspieler und Ersatzspieler.
Alle Spieler haben ganz klar abgegrenzte Persönlichkeiten, sie verfolgen Ihre Ziele anhand eigener Motive. Sie haben Gefühle, Gedanken und Befindlichkeiten. Sie sind deutlich von einander unterscheidbar! Ein Beispiel: Der „Pflichtbewusste“ sagt „Halt durch, das ist deine Aufgabe, sei für die Mannschaft da!“, der „kreative Chaot“ sagt „Wenn ich mich zu sehr auf Euch konzentriere, bleibt meine Kreativität auf der Strecke“. Oder der Mutige steht vorne an und hält auch mal Gegenwind aus. Diese inneren Anteile werden auch in der äußeren Haltung einer Führungskraft sichtbar. Anteile, die nicht am selben Strang ziehen vertreten häufig unterschiedliche Standpunkte zu einer Entscheidung.

Gehen Sie in solchen Situationen in eine Beobachter-Position! Dann können Sie diese Aspekte wahrnehmen, Ihnen zuhören und so eine eindeutige Sicht Ihrer Inneren Landschaft bekommen. Hier sind Ihre Talente als Vermittler, Schlichter und Mediator gefragt. Handeln Sie Kompromisse aus! Und schlagen Sie Zugeständnisse vor! Das hat einen überaus positiven und profilaktischen Einfluss auf Ihre Gesundheit! Denn nicht wahrgenommene Anteile sinken in das Unterbewusstsein und machen sich dort als somatische Beschwerden breit!

2 thoughts on “Kennen Sie eigentlich Ihre Stammspieler?”

  1. Ich finde das Bild der Stamm- und Ersatzspieler sehr spannend und will es um einzelne Facetten erweitern …

    Die Spieler, die noch in der Kabine sind. Vielleicht weil sie glauben, dass sie nicht mitspielen dürfen oder vom Trainer „verbannt“ worden sind. Oder von den anderen Spielern „verdrängt“ / „gemobbt“ werden. Aber denen dann das Leben vor und nach dem Spiel schwer machen.

    Und wir hätten noch die Spieler die auf die Tribüne geschickt worden sind – und durch Zwischenrufe das Spielgeschehen ebenfalls mit beeinflussen bzw. einfärben.

    Bei dieser Betrachtung fallen mir dann natürlich die 18 Motive aus der Motivanalyse ein, die unser persönliches Spielgeschehen mal sichtbarer – mal unsichtbarer – beeinflussen.

    Doch zurück zu den Kollegen auf der Tribüne und der Kabine – gibt´s hier einen kleinen Tip vom Profi, wie diese besser ins Spielgeschehen integrierbar sind ?

  2. Diese Symbolik ist fantastisch, da sehr zutreffend. Die Spieler in der Kabine, für uns erstmal nicht sichtbar, sind meistens verletzt durch irgendwelche Spiel- oder Trainings-Unfälle aus der Vergangenheit. Wenn sich kein Masseur oder Sporttherapeut um die Verletzungen kümmert, kann ein langwieriges Herumlaborieren die Folge sein.
    Im richtigen Leben heißt es da genau hinschauen, wo uns unser emotionales Feedbacksystem den Weg weist. Eine Selbsteinschätzung hilft uns, wo wir uns auf einer Emotionsskala befinden. Hochgefühle wie Liebe, Freude, Macht und Anerkennung stellen den einen Pol dar und Depression, Verzweiflung und Ohnmacht den anderen Pol. Dazwischen gibt es 20 Abstufungen. Aufgabe ist es, auf der emotionalen Skala nicht in schlechten Gefühlslevels hängen zu bleiben, sondern sich nach oben zu bewegen!

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