Meditation im Business – warum Achtsamkeit in der Arbeitswelt floriert

Meditation im Business

Paul Kohtes, der Gründer der PR-Agentur KohtesKlewes macht es, Norbert Reithöfer, der BMW-Chef macht es und der RWE Vorstand Peter Terium macht es auch. Und rund 9 Millionen Deutsche haben es auch schon mal gemacht. Meditation oder meditative Techniken angewandt. Das sind die Ergebnisse der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg auf die Frage, ob Sie schon mal meditative Praktiken ausprobiert haben. Jeder Fünfte zieht in Betracht, es einmal auszuprobieren.

Jetzt haben die Themen Meditation und Achtsamkeit natürlich ganz schnell einen Hauch von spiritueller Räucherstäbchen-Romantik, abgehobener Yoga-Disziplin mit Fuß hinterm Kopf oder anderen Assoziationen, die mit einem ergebnisorientierten Business-Leben aber schon überhaupt nichts gemein zu haben scheinen. Meditation ist landläufig die kleine Schwester von religiös belegten Inhalten, die gerademal in die eigene Privatsphäre gehören.

Weitgefehlt. Das war Vergangenheit. Derzeit bietet der Sportgigant Puma seinen Führungskräften eine Möglichkeit zur Teilnahme an Entspannungskursen, die Meditations- und Achtsamkeitspraktiken in Stille vermitteln. Und auch ein Resilienz-Training soll die innere Stärke und die Widerstandsfähigkeit fördern. Das Ergebniss: beide Programme führten zu einer deutlichen Verbesserung der Selbstwahrnehmung der Teilnehmer. Der Internetriese Google hat bis heute 1000 Programmierern Achtsamkeitstechniken vermittelt. Mit dem Programm „Search inside yourself“ startete das Unternehmen bereits 2007 seine Kampagne zur Gesundheit-Prävention und verbesserten Selbstführung. Selbst in Banken und an der Börse werden die Angebote, die Mitarbeitern zu mehr Wahrnehmung, Gelassenheit und einer verbesserten Leistungsfähigkeit verhelfen geschätzt.

Die Ergebnisse von Achtsamkeit

Das wird nachvollziehbar, schaut man auf die Ergebnisse einer Studie zur Wirkung von Meditation im Arbeitsumfeld von Bender-Institute of Neuroimaging in Gießen. Befragt wurden 48 Teilnehmer eines dreijährigen Programms zur Persönlichkeitsentwicklung, bei dem regelmäßige Meditation Teil des Curriculums war. Die größten Veränderungen konnten mit 78%: Es fällt mir schwer eine einseitig materielle Ausrichtung der Wirtschaft gut zu heißen. 73% der Teilnehmer sagten: Ich bin mehr ich selbst und fühle mich authentischer. 71% verspüren den Wunsch in Ihrer Arbeit zunehmend ideele Werte zum Tragen zu bringen. Und 68% waren der meinung, dass Sie verstärkt nach einem Sinn in ihrem beruflichen Wirken suchen. Diese 4 Spitzenwerte der Umfrage zeigen eindeutig, dass Meditation mehr Sinnhaftigkeit in die eigene Arbeitswelt bringt.
Mit den nächsten drei Positionen sind die Selbstführung, Stressresistenz  und Leistungsfähigkeit angesprochen. 56% sagen, sie nehmen sich mehr Freiheit in ihren beruflichen Entscheidungen. 54% sind leistungsfähiger und 52% halten dem äußeren Druck besser stand.

Das Programm MBSR (mindfullness based stress reduction) des Amerikaners Jon Kabat-Zim ist ein Mix aus Achtsamkeitstechniken, Körperwahrnehmungsübungen und Atemübungen, die sehr gezielt aus einer krankhaften Geschäftigkeit in ein nachhaltiges Gleichgewicht von inneren und äußeren Belangen führt. Hierfür existieren sogar aktuelle Wirksamkeitsstudien aus den Jahren 2007 und 2009. Dazu ein Auszug aus dem Buch „Meditation für Skeptiker“ von Ulrich Ott:

„…Die Ergebnisse dieser methodisch vorbildlichen Metaanalyse zeigen, dass MBSR durchweg einen positiven Effekt mittlerer Größe auf die psychische Gesundheit der Teilnehmer hatte. Damit können gleichlautende Resultat früherer Studien nunmehr als abgesichert gelten.“
Fazit: Achtsamkeitsbasierte Programme wie MBSR fördern bei Teilnehmern mit erhöhter Stressbelastung die Achtsamkeit und die psychische Gesundheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.